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2019 Seniorenferien

Rückblick auf die Rafzerfelder Seniorenferien 2019 in Andeer

„Wart ihr das im echten, gelben Bündner Postauto?“ Das wurde ich nach unserer Ankunft zurück im Rafzerfeld gefragt. Und ja, so war es. Am Sonntag, 30. Juni, wurden wir vom Bündner Chauffeur Mario abgeholt. Es begann eine gemütliche Fahrt durch das Zürcher Oberland über Uznach, mit seiner eindrücklichen Storchenkolonie, nach Benken, wo wir uns bei einem ersten Zvieri richtig begrüssen und einen ersten Schwatz abhalten konnten. Die Fahrt ging dann weiter durch eindrückliche Landschaften bis zu unserem Zielort Andeer. Dort stiessen vor unserem «Hotel / Albergo Fravi» zwei weitere Perso-nen zur Gruppe und so waren wir komplett.

Nach der Ankunft war Zeit zum Einrichten in den zugeteilten Zimmern und für kurze Erkundungstouren im und um das Haus. Der erste Eindruck liess erahnen, dass sich hier gut eine Woche leben lässt. Das erste Nachtessen zeigte, dass wir uns auf die kommenden, liebevoll zubereiteten Mahlzeiten freuen durften. Den warmen Sommerabend liessen einige noch bei kurzem Spaziergang oder im hoteleigenen Park ausklingen.

Ab Montag erwartete uns ein vielseitiges Programm mit Aktivitäten und Ausflügen in kleineren und grösseren Gruppen. Alles war freiwillig, und so konnte jede und jeder das mitmachen und mitgestalten, was seinen Wünschen und Kräften entsprach. Jeden Tag waren Treffen geplant zum Morgenturnen, zu gemeinsamen Essenszeiten, zur Andacht und abends zum Singen und Tagesrückblick.

Am Montagmorgen dienten uns die Kreismitte mit einem Netz und einem Kerzenlicht sowie Namenskärtchen, welche wir nachher an unsere Zimmertüren klebten, für die Vorstellungsrunde und die Einführung in unser Wochenthema «Gemeinsam sind wir stark». Gemeinschaft untereinander und mit Gott, das wollten wir auch in dieser Ferienwoche pflegen.

Das Haus selbst mit seinem direkten Zugang zum Mineralbad, den vielen Sitzecken und dem gemütlichen Park sowie das Dorf Andeer mit seinen vielen Kleinoden bot Gelegenheit zu Musse und Entspannung. Kleine Details brachten uns zum Staunen, Gespräche vertieften Bekanntschaften und die Spannung stieg bei verschiedenen Spielerunden. So verbrachten wir den Montag in Andeer selbst. Eine szenisch dargestellte Einführung in die Geschichte und Bedeutung unseres Hotels, des Ortes Andeer und der ganzen Region half uns, vieles mit ganz anderen Augen anzuschauen und zu verstehen. Auch mit der Thematik, dass wir Schweizer einmal Auswanderer und somit Migranten waren, mussten wir uns auseinandersetzen.

Am Dienstag erwartete uns Mario am späten Morgen für eine informative Fahrt ins Averstal. Den Abstecher ins Valle di Lei mit seinem imposanten Stausee, dem Staumauer – und Wasserspeichersystem liessen wir uns nicht nehmen. Beim Mittagshalt wurden wir mit allen Sinnen in die Region und seine Besonderheiten hineingenommen. Sowohl die Käse-/ Fleischplatte mit regionalen Produkten als auch die Möbel, welche unverkennbar aus Arvenholz geschnitzt waren, trugen dazu bei. Natürlich ging die Fahrt nun noch weiter bis nach Juf, dem höchstgelegenen, das ganze Jahr bewohnten Örtchen Europas. Unser einheimischer Chauffeur brachte uns mit so mancher Information und Anekdote ins Staunen oder zum Lachen.

Am Mittwoch gingen wir den Tag etwas gemächlicher an. Am Nachmittag trafen wir uns zum Ausflug nach Zillis ins Museum und in die Kirche St. Martin mit seiner speziellen Deckenmalerei. So konnten wir die Bilder, welche uns jeweils als Grundlage der Andachten dienten, nun auch «in echt» suchen und bestaunen.

Am Donnerstag führte uns Mario nach dem Mittagessen in die Region Schamserberg mit seinen vielen kleinen über dem Tal thronenden Örtchen und Kirchen. Endstation war in Wergenstein, wo das Center da Capricorns (Steinbockzentrum) die Geschäftsstelle des Naturpark Beverin und eine kleine aber feine Ausstellung zum Naturpark und seinen besonderen Bewohnern, den Steinböcken, beheimatet. Ein schmuckes Restaurant mit Blick über das Tal sowie ein Spaziergang durch das Örtchen oder auch ein wenig weiter, luden zum Verweilen ein. Der Abendtreff stimmte uns auf das Abenteuer am Freitag ein.

Den Freitag begannen wir wie üblich mit Morgenturnen und Frühstück. Die Andacht führte uns zu den Themen der Fusswaschung und des Abendmahls, welches wir dann auch zusammen feiern konnten. Am Nachmittag gingen wir der gehörten, wahren Geschichte über die Erschliessung des Wasserfalls in der Rofflaschlucht nach. Die für die einen doch abenteuerlichen Schritte in die Schlucht hinein wurden von einem wunderbaren Naturschauspiel belohnt. Nach sportlicher Betätigung und viel Freude, jedoch auch Ehrfurcht vor dem waghalsigen Unternehmen, dazumal die Schlucht zugänglich zu machen, hatten wir uns ein Getränk oder Zvieri im dazugehörigen, freundlichen Restaurant verdient. Wer dann noch nicht genug hatte, nahm noch den Wanderweg zurück nach Andeer unter die Füsse.

Mit dem Samstag ging eine wunderbare Woche dem Ende entgegen. Immer wieder konnten wir im Kleinen spüren, dass uns die Gemeinschaft in dieser Woche stärkte und verband. Den gebührenden Abschluss machte mit dem ersten Teil der Heimreise eine schöne Fahrt über Buchs und Wildhaus nach Urnäsch, wo uns ein letztes gemeinsames Essen erwartete. Dann ging es wieder zurück in bekannte Gefilde und das Postauto von Mario wurde von Gemeinde zu Gemeinde leerer.

Im Namen des ganzen Teams (Barbara Erdmann, Kathrin Ender, Beat Frefel und Monika Strobel) möchte ich allen Teilnehmenden ganz herzlich danken für das uns entgegengebrachte Vertrauen und Mitwirken am Gelingen dieser Ferienwoche. So bleiben uns allen viele gute Erinnerungen und hoffentlich da und dort eine Begegnung, bevor es im 2020 in die nächste Ferienwoche geht.

Und wer noch nicht dabei war, wird hoffentlich durch diesen Bericht etwas „gluschtig“ gemacht, im 2020 auch mit auf die
Reise zu gehen.

Monika Strobel

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